Kompass-newsletter Nr. 146 - 07+08/2026
Vom 5. bis 24. Juli: Let Fear Go Tour ist unterwegs in vielen Städten +++ 4. bis 8. August 2026 in Cotonou/Benin: Weltsozialforum mit Freedom of Movement Delegation +++ 26.08. bis 3.9.2026 in Mecklenburg-Vorpommern: Karawane für Solidarity, Equality, Unity +++ Papstbesuch in Spanien und auf Lampedusa +++ Regularisierung in Spanien +++ Informationen zur GEAS-Einführung +++ Leseempfehlung: Die „Black Atlantic“-Route vor der Festung Europa – Boatpeople und extraktive Großprojekte +++ Rückblicke: 17. bis 19. Juni in Hamburg: Jugendliche
ohne Grenzen zur Innenministerkonferenz; Anti-AfD Mobilisierung in Erfurt +++ Anhang: Statement von Deportation Alarm
LIEBE FREUNDINNEN UND FREUNDE.
Am 4. Juli kamen über 50.000 Menschen zu den Protesten gegen den AfD-Parteitag nach Erfurt, über 15.000 davon allein zu den Blockaden. Beides mutmachende Zahlen von der Mobilisierung nach Thüringen, an der sich auch We`ll Come United im Rahmen eines antirassistischen Blocks beteiligt hatte. Im Aufruf des Netzwerks und während der Demonstration wiesen die Aktivist:innen auf das hin, was allerdings zu oft ausgeblendet bleibt: „Heutzutage sehen wir uns nicht nur mit der rassistischen Remigrationsrhetorik der AFD konfrontiert, sondern auch mit rassistischen politischen Entscheidungen der Regierenden. Wir setzen uns dafür ein, die AFD zu stoppen, aber wir kämpfen auch jeden Tag gegen jede Form rassistischer Politik: gegen Massenabschiebungen, gegen die neuen rassistischen Gesetze, gegen eine Politik, die Geflüchtete in Armut und Haft treibt, und gegen die tödlichen Grenzregime.“
An einem der Brennpunkte der EU-Außengrenzen, in Lampedusa, war am gleichen Tag Papst Leo unterwegs. „Dass Leo die Insel ausgerechnet am 4. Juli besucht, dem 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA, sehen viele als klares Signal gegen die brutale US-Abschiebepolitik. Am Vorabend, dem Freitag, hätte Leo in Philadelphia die Freiheitsmedaille des National Constitution Center verliehen werden sollen. Doch er blieb den USA fern…“, schreibt die Taz dazu in einem ausführlichen und lesenswerten Artikel. Bereits am 12. Juni hatte der Papst bei seiner Spanien-Reise die Kanaren besucht und zeitgleich zur Verschärfung der EU-Asylpolitik mit der Einführung von GEAS der Toten auf der Atlantikroute gedacht. Apropo Spanien: Am 30. Juni endete hier die Frist für die Regularisierung und die Zahlen übertreffen alle Erwartungen. Statt der geschätzten 500.000 haben 1,3 Millionen Einwander:innen Papiere beantragt.
Ein Blick nach vorne: vom 4. bis 8. August findet in Cotonou, der Hauptstadt des Benin, das 18. Weltsozialforum (WSF) statt, nach 2013 und 2015 in Tunis nun erstmals wieder auf dem afrikanischen Kontinent. Mehrere transnationale Netzwerke, die in Afrika aktiv sind und für das Recht auf Bewegungsfreiheit kämpfen, haben entschieden, mit einer größeren Delegation in Cotonou präsent zu sein. Ein gemeinsames Programm in einem eigenen „Migration Village“ ist in Vorbereitung, Panels zu Externalisierung, zur Kriminalisierung der Migration und zum CommemorAction Netzwerk sind bereits als zentrale Themen gesetzt. Ein Ausgangspunkt dieser Beteiligung beim WSF waren informelle Gespräche auf dem Transborder Summer Camp bei Nantes im August letzten Jahres.
Entsprechend ist die Idee für Cotonou, das Zusammenkommen dort - mit dem „Spirit von Nantes“ - für ein kleines „Transborder Camp des Südens“ zu nutzen.
Mit solidarischen Grüßen von der Kompass-Crew
